Unsere Tour von Garmisch
nach Riva del Garda


Thomas van de Pasch und Mario Bergers

Der erste Tag

Wir starten gegen 09.30h , das Wetter und auch wir waren frisch . Voller Elan fuhren wir Richtung Eibsee Zugspitzbahn . Schon der erste Berg fordert seinen Tribut. Vermutlich einen halben Liter Schweiß , Fazit: Trikot gewechselt. Wir fahren an der Zugspitzbahn vorbei über einen Forstweg Richtung Hochtörler Hütte (grüne Grenze zu Österreich) . Erst ist es einfach nur ein Forstweg , dann ein Pfad, der für uns nicht befahrbar gewesen ist ( ich denke im Nachhinein,es liegt nicht daran,daß wir keine Profis sind) . Nachdem der Pfad sich auf einer Blauen Skipiste verliert schieben wir die Piste hinauf. Eine halbe Stunde später stellen wir fest , daß der breite Forstweg der am unteren Ende des Berges in eine andere Richtung zu gehen schien , auch hier oben ankommt. Sicherlich hätte man auf diesem Weg nicht schieben müssen. Naja , wir haben ja das Abenteuer gesucht. Nach einer weiteren Stunde treffen wir auf der Hochtöhrler Hütte ein . Österreich.
 
Es empfängt uns Laute Musik. In der guten Stube sorgt ein älterer hochgewachsener Wandersmann mit einer Klampfe für Stimmung . Wir essen beide etwas und lauschen der Musik. Kurz vor uns verläßt auch die ilustre Wandergruppe mit Klampfe die Hütte und verabschiedet sich noch mit einem Medley auf der Sonnenterasse. Die Aussicht auf die Zugspitze und die Seilbahn ist schon beachtlich , wenn auch Wolkenverhangen .



Nach etwas einer Stunde Pause verlassen auch wir die Hütte und fahren weiter Richtung Imst.
In Imst ist es uns zu laut für eine Übernachtung. Eine recht große Stadt . Wir beschließen weiter Richtung Pitztal zu fahren . Als wir in Arzl ankommen stellen wir fest,daß das Haupthotel ausgebucht ist. ( Es muß wohl gerade vorher ein Reisebus angekommen sein. ) Wir beschließen das Hotel „Zur Post" zu nehmen. Im Nachhinein eine weise Entscheidung. 98 Prozent der Gäste sind ältere Damen und Herren die einen Pauschalurlaub dort gebucht hatten. Die restlichen zwei Prozent sind wir. Als wir den Speisesaal betreten sieht man unserer Minen wohl an,daß wir von der hier herrschenden Lautstärke nicht sonderlich begeistert sind. Es kommt uns sofort eine Dame entgegen,die uns anbietet,im Gasthof ,der zum Hotel gehört,zu essen. Dieser ist zur Zeit geschlossen ,so das wir die einzigen Gäste sind. Fast . Während unseres Essens kommt der Hotelbesitzer öfters zu uns . Nach einer Weile kommen noch zwei Herren und das Gespräch beginnt. Wir beginnen über Tourismus , Internet und die einzigartige Brücke von Arzl zu diskutieren . Zwischendurch sorgt der Chef mit Marillenschnaps für eine lockere Zunge. Das hätten wir besser gelassen. Gegen 23.00h wanke ich Richtung Zimmer und telefoniere noch schnell den Akku vom Handy leer . Ohweia ,das wird`ne saftige Rechnung geben. Einen Dank an meinen Onkel , der das bezahlen wird...

Der zweite Tag - Das große Verfahren ist angesagt

Ich wache mitten in der Nacht auf , 7.30 Uhr . Mittelstarker Kopfschmerz und leichte Übelkeit sind angesagt. Gegen 8.00h gehen wir zum Frühstück. Der Speisesaal ist voll von älteren Damen und Herren . Das Buffet wird etwa so belagert , wie man die Schlacht am kalten Buffet vom Lied her kennt. Naja, das Frühstück war jedenfalls in Ordnung. Wir machen uns auf und fahren direkt gegenüber dem Hotel aus Arzl heraus , ins Land. Das sollte sich als schwerer Fehler erweisen . Nach ein paar Kilometern beschließen wir quer über den Berg zu fahren , da wir keine andere Strecke finden. Der Weg ist gleichzeitig auch Rodelbahn, (Natürlich nur im Winter). Nach ca. 250 Höhenmetern treffe ich auf einen Waldarbeiter , Thomas ist schon weiter vorgefahren. Der Waldarbeiter meint , der Weg sei eine Sackgasse. Ich kann es kaum glauben . Sollte uns Herr Kompaß im Stich gelassen haben ? Ich fahre / schiebe Thomas hinterher. Als auch ich oben ankomme hat Thomas die frohe Kunde bereits selbst festgestellt. Der Weg hört einfach auf . Weiterfahren / schieben wäre nur unter Lebensgefahr möglich . Der Weg auf der Kompasskarte findet sich in der Praxis nicht wieder. Mist. 300 Hm für den A .... Das hat uns schwer den Schnitt versaut . Wir nehmen den Downhill und fahren wieder zurück nach Arzl . Den weiteren Weg bestimmt der Zeit wegen die Straße. Jeder Abstieg ist furchtbar , da wir die Meter sowieso wieder rauf müssen. Eine Zeitlang ist aber alles in Ordnung und wir fahren Serpentinen hoch , Richtung Hochasten.
Die Straße zieht sich schier endlos den Berg hoch. Oben angekommen geht’s mal wieder nicht so recht weiter. Wir biegen an einem Parkplatz von der Straße links in den Wald ab. Eigentlich ist Biken hier nicht erlaubt. Macht nichts wir können sowieso nicht mehr so recht und schieben den Berg hoch , obwohl die Strecke für richtig gute Biker sicher zu fahren wäre. Nach etwa einer Stunde schieben gibt’s eine Weggabelung. Wir scheinen schon ziemlich weit oben zu sein. Wir entscheiden uns für den Weg nach links , da es rechts bis auf 2.100 m hoch geht. Die nächste Gabelung auf die wir treffen besiegelt unser Schicksal für diesen Tag. Wir wollen nicht runter fahren sondern über den Berg drüber , deshalb fahren wir hoch . Der Weg wird bald zum Pfad. Der Pfad bald zum Motor Cross-Pfad. Immer wieder sind die Spuren von dicken Cross-Reifen zu sehen. Der Pfad ist ziemlich zugewachsen und selbst für einen Wanderweg zu wenig ausgetreten. Nach weiteren zwei Stunden den Berg hoch schieben kommen wir im Nichts raus. Kein Weg , nur ein paar zerfallene Almhütten und viele Fliegen und Mücken. Aus der Ferne hören wir Kuhglocken. Der Weg scheint auch in weiter Ferne zu liegen. Wir sind ziemlich frustriert und lassen uns auf den Boden fallen. Was nun , sprach Zeus ..?! Etwa auf 1.650m , kein Weg , der Abstieg bis zur letzten Gabelung würde etwa 200 Hm und eine Stunde Zeit kosten . Wir beschließen einfach den Abstieg über die Wiesenflächen des Bergs zu versuchen. Nicht ganz ungefährlich,da ziemlich Steil. Zweimal hätte ich mich fast überschlagen. Nach einer halben Stunde Fahren und Schieben treffen wir wieder auf einen Weg . Gott sei Dank.

Der Weg führt uns ziemlich direkt nach Piller . In einem Gasthof „zur Sonne" rasten wir. Wir essen die komplette Speisekarte. Gulaschsuppe. Meine Wenigkeit begnügt sich mit einer ,während Thomas noch eine nachfordert , rauche ich eine Zigarette und beginne mit dem Kellner ein Gespräch. Er glaubt nicht , daß wir es heute noch über den Reschenpass schaffen. Er wird recht behalten. Nach dem Essen fahren wir weiter Straße Richtung Piller Höhe. Ganz schön knackig die Piller Höhe. Es geht von ca. 700 m rauf bis auf etwa 1.500m . Serpentine nach Serpentine. Auf dem Weg überholt uns ein Rennradler mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht. Ich kanns ihm nicht verdenken. Er ist deutlich besser trainiert als wir. Während wir mit etwa 10 km/h den Berg hochradeln schießt er mit ca. 20kmh an uns vorbei. Unglaublich . Auch eine 3 er Gruppe Mountainbiker ohne Gepäck fährt die Höhe hoch. Einer davon überholt uns,die anderen können wir im Zaume halten. Oben angekommen entschädigt uns ein wirklich schöner Ausblick auf das Inntal .
Ein langer Downhill auf der Straße entschädigt uns. Wir fahren sicher eine halbe Stunde mit 40-60 km/h bergab. Im Ort angekommen suchen wir uns den Radweg an der Inn entlang. Dieser soll dann in die via Claudia übergehen,der eigentlich ausgesuchten Strecke. Als erstes werden wir von einem Almabtrieb oder so gebremst. Ehe wir uns versehen , stehen wir mitten in einer Herde von Kühen. Die Viecher sich ganz schön groß ,wenn man so daneben steht. Ein Geistlicher spricht uns an und fragt ob wir hier weiterfahren wollen. Wir bestätigen seine Vermutung. Er erzählt etwas von guter Kondition und Tragen . Irgendwie haben wir das nicht wahrhaben wollen. „Was der wieder für dummes Zeug erzählt, dachte ich so bei mir. Der Weg an der Inn entlang läßt sich erst gut fahren,dann wir der Schotterweg zum Wanderpfad. Ein Hinweisschild sagt plötzlich „Nur für geübte Wander. Was soll das denn wieder heißen ? nach ein paar hundert Metern sind wir klüger

Fast ohne Geländer, (links geht 50m steil nach unten) schlingen sich Serpentinen , einen knappen Meter breit den Berg entlang. Aststufen machen uns die Sache auch nicht leichter und den Weg ab und an nicht befahrbar. Schön ist es aber trotzdem. So hatten wir uns die Sache vorgestellt.
  An dieser Stelle sei folgende Frage gestattet: Hatten die Römer nicht auch schon Karren mit Rädern dran,wie sollen die hier wohl lang gekommen sein ??? Das soll doch ein Stück der via claudia sein ?? Aber egal , wir fahren , schieben und tragen weiter . Nach einer Weile wird der Pfad wieder zum Weg und wir fahren wieder auf Schotter. Langsam wird es Zeit nach einem Hotel oder ähnlich zu suchen. Eine sehr bäuerlich Unterkunft soll 85 ,-- kosten. Zu essen gäbe es aber nur Kleinigkeiten. Das hatte mir nicht sonderlich gefallen und ich fand es unverhältnismäßig teuer. In Lafairsch finden wir den Lafaiser Hof. Ein schönes Hotel , schöne Zimmer und kostet auch nur DM 85,-- . Die Bikes verschwinden im Skikeller und wir unter der Dusche . Nach kurzem aber ausführlichem, Abendessen und einem Blick auf die Karte gehen wir bald ins Bett. Heute ohne Marillen Schnaps.

Der dritte Tag - Regen und Reschenpass

Als wir aufstehen sehen wir die Bescherung , es nieselt vor sich hin . Naja , erstmal frühstücken. Frühstücksbüffet , wir sind die einzigen . Vermutlich ist es für die anderen noch zu früh.Der Regen wird immer stärker , kalt ist es noch nicht. Das wird wohl auf dem Pass noch kommen. Na denn , Regenjacke an und los geht`s . Wir fahren Richtung Reschenpass. Der Fahradweg neben der Hauptstraße läßt uns zügig vorankommen . 5km vor dem Pass hört er jedoch auf und wir fahren auf die Hauptstraße. Der Regen wird stärker und je höher wir kommen desto dichter werden die Wolken und die Temperatur sinkt bis auf 5 Grad. Wir ziehen und die langen Hosen drüber und fahren weiter. Die Hände klamm und eiskalt. Am Grenzübergang zu Italien werden wir mit einem netten Lächeln durchgewunken. Die Ausreise aus Italien scheint länger zu dauern als die Einreise . Wir fahren an einer Schlange Autos vorbei . Ein Busfahrer ruft uns zu „noch ein Kilometer , dann geht’s wieder bergab. Wie tröstlich , bei dem Sauwetter.
Als wir in Reschen ankommen suchen wir uns eine Gaststätte um uns aufzuwärmen und mittag zu essen. Wir bestellen jeder eine Wurst und Schinkenplatte. Geliefert wird ein Korb mit gemischten Brötchen . Etwa 10 Stück ! . Dazu gibt’s reichlich Wurst Käse und Schinken. Wir müssen doch sehr verhungert ausgesehen haben. Dazu gibt`s drei Cappucino für jeden. Jetzt geht’s wieder . Nach einer Stunde Pause fahren wir wieder im Regen. Rechts entlang des Reschensee`s . Eine Asphaltstrecke , kaum befahren. Wir kommen wieder gut weiter. Der Reschensee ist fast leer. Nach einer Weile kommen wir an den nächsten See. Dort fahren wir von der Asphaltstrecke runter und halten uns wieder an die Kompasskarte. Wir folgen dem besprochenen Weg , hinauf bis zu einer Schranke , über einen Bachlauf hinweg und dann nicht runter an den See, sondern hoch. Das war der Fehler. Nach 500m suchen wir wieder mal vergebens den Weg. Der hört einfach auf.. Ach Herr Kompass , muß denn das sein .....?!?

Nach einer halben Stunde entschließen wir uns , zurück zu fahren. Wir fahren dann doch runter Richtung See . Der Weg paßt. Ich wünschte mir in diesem Moment mal schöne 20km bergab, damit wir endlich voran kommen. Siehe da wenig später wurde mein Wunsch war,wir fahren Richtung Meran , das wir aber nicht mehr erreichen werden .
Das Hotel des heutigen Tages war schlicht eine Zumutung , wenngleich die Besitzer nett wahren. Wir nächtigten in Kastellbell . Ich betrete mein Zimmer . Eine Dachkammer. Lichte Höhe über dem Bett , vielleicht 1,20m Eine Holzplatte steht neben einem großen Loch in der Wand. Naja , Holzplatte wieder ins Loch gestellt. Loch zu . Eine Tür zum Dachboden (Abstellkammer) ist zu sehen, weil der Vorhang,der dort dekorativ die Tür verhüllen soll , incl. Gardinenstange , lustlos an einer Seite der Tür runterhängt. Nicht ganz so toll das Zimmer , denke ich so bei mir. Naja , erstmal Zähne putzen und Duschen , dann essen. Ich drehe im Bad das Wasser auf und .... ...und das Wasser ist braun. Mir reicht`s ich gehe ungeduscht Richtung Hotelbar , bestelle ein Bier und frage die Chefin , ob das Zimmer schon länger nicht mehr benutzt wurde. Es ist Ihr sichtlich peinlich , umsomehr als das Hotel einem drei Sterne Anspruch gerecht werden soll und alle furchtbar vornehm tun.. Kommen wir nun zum Essen. Es gibt’s einen Apperetiv , den einige Gäste stehend,und sich zuprostend,genießen , etwa so,als wäre man auf einer Cocktailparty. Zum essen gibt`s 5 fach Bestecke, sieht Richtig nobel aus. Als Vorspeise Salat , dann Spargel aus der Region ( da hätte man besser Bleistifte draus gemacht , ich mußte zwischendurch aufs Zimmer weil ich ihn nicht runterbekam) Als Hauptgericht gibt es Roastbeef mit Remoulade, dazu Pommes Frites .Drei Sterne , alle tun furchtbar vornehm, Besteck ohne Ende und dann Fritten. Na gut , vielleicht übertreibe ich es aber ich finde,daß alles nicht zusammenpaßt. Zum guten Schluß stellen wir am nächsten Tag noch fest , daß der Laden noch nicht mal Kreditkarten nimmt. Das Hotel werde ich hier wohl nicht weiter empfehlen können. Drum vergessen wir`s.

Der vierte Tag - Meran und Gampenjoch

Nach dem Frühstück beschließen wir wieder Straße zu fahren , um Kilometer zu machen. Die Zeit läuft uns davon , da wir nur 5 Tage veranschlagt haben. Kurz vor Meran kommen wir auf eine Schnellstraße , fast eine Autobahn . Unmöglich dort vernünftig zu fahren. Wir verlassen die Straße und halten uns wieder an die Kompasskarte. Wir fahren über Wirtschaftswege durch die Plantagen der Gegend. Da es hier fast nie regnet, wird überall mit Sprinklern bewässert. Es passiert uns mehrfach , daß wir in den Regen kommen, weil die Sprinkler plötzlich angehen.Wie erfrischend. Auch hier haben wir wieder die Gelegenheit genutzt und uns mit der Kompasskarte verfahren. Scheinen doch nicht so genau zu sein. In Meran , wir trinken Cappuccino. Ich kaufe noch einen Film und zwei Aufkleber vom Reschenpass. Das haben wir uns verdient. Sieht zwar etwas spießig aus , aber ich fand`s einfach angebracht .

Von Meran fahren wir Richtung Gampenjoch. Straße , da uns die Wald und Wiesenwege etwas unheimlich sind. Es findet sich auch nicht`s was nahe der Straße bleibt. Der Aufstieg zieht sich , Meran liegt wohl auf 300 Hm und der Pass auf etwa 1.600 Hm . Je höher wir kommen , desto dunkler wird es . Der befürchtete Regen bleibt allerdings aus. Die Straße ist nicht sonderlich stark befahren , so daß es eigentlich ganz angenehm ist. Auf der Passhöhe hat die Gaststätte leider geschlossen. Wir ziehen uns etwas wärmer an , Helm auf und ab geht’s . Weiter Richtung Male. Wir machen reichlich Kilometer. Im Tal wird es wieder wärmer. Wir beschließen , heute werden wieder Kilometer gemacht. Das Mittagessen ist sowieso schon ausgefallen. Die Hotelsuche gestaltet sich etwas schwieriger als sonst. In Monclassico ,scheint auch eine Giro Strecke zu sein, werden wir fündig. Das Hotel scheint nicht gerade ausgebucht zu sein , wir können die Bikes im Keller abstellen. Wir verzichten darauf die Zimmer zu begutachten und bleiben direkt bis zum Abendessen in der Hotelbar sitzen. Die Bedienung versteht weder Deutsch noch Englisch. Wir helfen uns mit Händen und Füßen. Als ich vor der Tür stehe und telefoniere fällt mein Blick auf ein 500m entferntes Holiday Inn, Mist , jetzt haben wir uns schon eingecheckt. Naja , auch egal. Morgen geht nach Madonna de Campiglio.

Der fünfte Tag Madonna mia , auf nach Riva

Wir stehen früh auf und genießen das Frühstück. Zwei ältere Herren grinsen uns freundlich zu .Das bezahlen mit der Kreditkarte dauert min. 15 min. Ich denke sie hätten Zeit genug gehabt eine gute Kopie der Karte zu machen. Als wir das Hotel verlassen stehen die älteren Herren vom Frühstück mit Ihren Straßenmaschienen auch vor der Tür. Die sehen ganz schön sportlich aus , Wir füllen unsere Rucksäcke noch mit dem nötigsten aus einem nahegelegenen Supermarkt. Dann beginnen wir den Aufstieg . Jetzt erst wird mir klar , da Madonna gar nicht die erste Herausforderung ist , sondern daß wir vorher noch den Passo Campo bezwingen müssen. Wie üblich fahren wir unseren eigene Tritt , Thomas ist immer etwas schneller als ich . nach der halben Strecke , ich esse gerade einen Müsliriegel , schieben sich langsam aber sicher die Rennradrentner an mir vorbei . Das kann ich mir nicht bieten lassen und ich hänge mich an einen dran. Klappt ganz gut . Bei meiner nächsten Pause verliere ich den Anschluß und fahre alleine weiter,
Am Pass angekommen genießen wir den Ausblick auf die Brenta Dolomiten und essen einen Käse Toast. Als wir die Tischnachbarn fragen wie weit es mit dem Auto nach Riva sei schaut er uns ungläubig an . Er kann sich kaum vorstellen , das die Strecke mit dem Rad in einem Tag zu bewältigen sei. Kinderkram. Wir fahren ja auch quer über`n Berg. Die Abfahrt nach Madonna führt uns in einen ziemlich leeren Ort. Hier scheint nur im Winter etwas los zu sein. Die meisten Läden haben geschlossen.
Den Aufstieg auf den 2.100m hohen Pfad,den wir eigentlich vorgesehen hatten, haben wir Gott sei dank verpaßt. Landschaftlich sicher schön , aber ich bin mir nicht sicher ob ich das geschafft hätte. Wir verfahren uns noch ein bischen und ich stelle fest,daß mein Hinterrad langsam aber sicher platt wird. Die erste und einzige Panne , am letzten Tag 40km vor Riva. Wir nutzen die Hauptstraße bis Massimo . Laut Karte müßte es einen Aufstieg zu der eigentlich vorgesehenen Strecke geben. In Massimo tausche ich erst mal meinen hinteren Schlauch aus , da dieser tatsächlich ein Loch hatte.
Wir finden den Aufstieg, ziemlich steil, mit groben Steinen gepflastert. Für uns nicht befahrbar. Wir schieben . Nach einer Stunde wird der Weg zur Schotterpiste, nach zwei Stunden droht uns ein Gewitter. Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir die Alm Magda Plan . Zwei Wolfshunde schlagen Alarm , Thomas steht mutig seinen Mann und redet auf die Hunde ein , ich halte mich 200m im Hintergrund , bereit das Rad zu wenden und mich ins Tal zu stürzen. Mit Hunden hab ich`s nicht so. Nach kurzer Zeit erscheint die Almwirten und holt die Hunde zurück. Wir fahren an der Alm vorbei und finden uns auf einer Waldwegkreuzung wieder. Die Kompasskarte ist uns keine große Hilfe . Trotz Kompass und Kompasskarte können wir uns nicht so recht entscheiden. Eines ist klar, wenn wir das versauen,kommen wir heute nicht in Riva an.  
Wir entscheiden uns für den „rechten Weg und haben Glück. Nach kurzer Zeit werden wir mit einem schönen Schotterdownhill mit toller Aussicht belohnt. Eine schöne Strecke , die uns die 2 ½ Stunden schieben vergessen läßt. Bei einer Hütte mitten im Nichts halten wir an , Rif Ghedina , und werden von zwei Bernasennen- und einem Schäferhund freundlich begrüßt., Selbst ich bin begeistert. Einer der Bernasennen setzt sich auf meinen Fuß und erwartet eine Streicheleinheit.
Wir werden auch von den Wirtsleuten sehr freundlich begrüßt, bekommen jeder einen Riesenteller Spaghetti , ein großes Glas Forstbier und eine Salat . Das ganze zum Spottpreis und man spricht noch gebrochen Deutsch und wünscht uns guten Appetit. Stets die Hunde mit wachsamen Blick auf den Teller in unser Nähe . Spätestens jetzt ist die Schieberei vergessen und wir freuen uns auf Riva. Nach dem essen genießen wir noch 30 min. Schotterdownhill bis wir auf die alte Straße durch dir Berge treffen. Wunderschöne Aussicht , kein Verkehr. Wir fahren Straße , immer Richtung Riva. Das erste Hinweisschild „Riva de Garda 15km" treibt mir fast die Tränen in die Augen. Nach 5 Tagen Fahren Schieben Tragen , 405 km und etwa 8.000 Hm haben wir untrainierte Normalbürger es wirklich geschafft .
  Doch Vorsicht , auch hier haben wir wieder die Möglichkeit genutzt , nicht die markierte Strecke zu fahren , sondern nur den Schildern zu folgen. Wir haben es geschafft nicht einfach nur nach Riva zu fahren , sondern wir haben auch noch schnell den letzt möglichen Pass mitgenommen ( Passo del ballino) und mußten also noch mal von 300m auf 700m rauf. Unglaublich das uns die paar Meter so umgeworfen haben , aber darauf waren wir überhaupt nicht gefaßt. Als wir den Pass erreichen , rasten wir kurz , ziehen uns noch was warmes an und ab die Post.Lange Zeit bergab , vorbei an schwitzenden Biker , die sich den Berg raufquälen . Juhu , Riva ist nahe . Vorbei am Tenno See Richtung Lago di garda . das erste Foto vom See ist nichts geworden . Es ist leicht diesig und der See ist kaum zu sehen .

Riva

, das Ortsschild. Erleichtert , Glücklich und ziemlich Fertig machen wir unser Zielfoto.
  Nach kurzer Suche nach unserem Hotel kommen uns auf einem Parkplatz Sissy der Hund und Petra , Thomas Freundin, schon entgegen. Wir fallen ermattet auf die Stühle des Hotel`s bestellen große Warsteiner und wissen gar nicht so recht wie uns geschieht . Die Tour ist zu Ende In Gedanken noch lange nicht . Die Fahrräder haben wir in den 4 Tagen in Riva nicht mehr angepackt. Da Thomas Knie die letzten zwei Tage weh getan hat und angeschwollen ist und meine Lust sich auch in Grenzen hielt sahen die Räder einfach nur im Hof des Hotels , gut aus.

Fazit des Tour :

Ich würde es auf jeden Fall wieder machen . Die Tour aus der Bikezeitung hat wohl nicht ganz gestimmt. Eigentlich dachten wir , daß wir uns an die Vorgaben gehalten hätten . Vermutlich sind die aber nur Straße gefahren .Sonst kommt das mit unseren Höhenmetern und Kilometern nie hin. 5 Tage gefahren , zwischen 6 und 10 Stunden pro Tag gefahren. Zwischen 65 und 110 km pro Tag. Bis zu 2.000 Hm pro Tag . Gesamtstrecke 425km . Etwa 8.500 Hm . Die Tour aus der Bikezeitung hatte nur 375 km und 6.500 Hm.
 
 

Material und Ausrüstung

zwei Alu Hardtail`s , eines mit Headshock DD 60 , eines mit Indy XC , 24 Gänge LX / XT Komponenten. Deuter bzw. Biko o bello Bike Rucksäcke . 2 Trikos , 1 T-Shirt , 1 Sweatshirt , 1 lange Trainingshose , eine lange Regenhose(Plastik) 1 kurze Radhose , drei Paar Socken , 5 Unterhosen , 1 Wind/Regenjacke , 1 Windweste. Radschuhe, Radhelm,Zahnbürste,Zahnpasta,Duschgel,Bürste,D-Netz Handy, Kompaß, Cat Eye Altimeter (Tacho mit Höhenmesser), Sattelpacktasche mit Inbusschlüsseln Mantelheber ,Ersatzschlauch,Schraubendreher, drei ½ Liter Wasserflaschen, 8 Kompass Karten für das komplette Gebiet, meine vorab gemacht Streckenbeschreibung. (weiten teils nicht so gefahren, als Anhaltspunkt für die Strecke jedoch empfehlenswert) Spiralschloss, Sonnenbrille , Ersatzsonnenbrille , Baseballcap. Ein paar Powerbars , Vitamin C und Mulitivitamintabletten als Brausetabletten für die Wasserflaschen . einen gehörigen Respekt vor den Bergen !

Streckendaten

ca. 425 km , ca. 8.500 Hm , 5 Tage Fahrzeit , am Tag zwischen 65 und 110 km gefahren , je etwa 2.000 Hm pro Tag Hier findet sich eine etwas genauere Streckenbeschreibung der Tour . Streckenbeschreibung der Tour

Defekte

ein plattes Hinterrad ( Loch im Schlauch )
   

Verschleiß

Bei beiden Rädern sind die Hinterreifen und die hinteren Bremsklötze runter. Ach ja , Thomas Knie ist auch verschlissen .
 
Ich hoffe es hat ein wenig Spaß gemacht den Bericht zu lesen . Vielleicht fällt ja auch der ein oder andere Tip für euch ab . Schreibt mal ne mail ob es euch gefallen hat .... Für Anregungen und Kritik bin ich jederzeit zu haben , ausgenommen Rechtschreib- und Grammatikfehler. Wenn Ihr Fragen habt schickt mir auch eine e-mail , ich melde mich dann zurück . Ich hätte an dieser Stelle gerne mehr Bilder gezeigt aber das Internet hat halt seine Grenzen und der Plattenplatz meines Providers eben auch . Bikergruß